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Ladakh-Hilfe e.V.
Susi. B.
c/o Moravian Mission School
P.O. Box 7
Leh 194101
India

15.05.2008

Hallo ihr alle,
ich bin heute morgen gut in Leh gelandet und wurde gleich 2x herzlich willkommen geheissen. schon der blick aus dem flugzeug war traumhaft, die berge waren so nah, obwohl wir auf ueber 7000 m hoehe waren. das zweite mal wurde am flughafen begruesst mit keksen, saft und toilettenpapier - ein luxusartikel hier! es sind noch 3 andere physio-maedels hier, die ein leckeres fruehstueck vorbereitet haben und wir haben schon viel gelacht.
mir gehts hier sehr gut, wenn alles so bleibt, wie der erste eindruck, wird es eine traumhafte zeit werden! nach dem turbulenten delhi mit temperaturen ueber 40 grad ist ladakh und leh sehr entspannend. ueberall wehen die buddistischen gebetsfahnen... ach, ich werde erstmal die eindruecke sammeln muessen.

Gebetsfahnen

Leh Panorama

Julley ihr Lieben,

Jetzt ist schon mehr als ein Monat rum, seit ich in Muenchen in das Flugzeug gestiegen bin und in Ladakh angekommen bin. Es ist immernoch ueber alle Erwartungen schoen hier und es geht mir richtig gut. Neben meinen aufregenden Wochenendwanderungen (Die letzten Wochenenden waren nicht mehr so krass und waghalsig wie der Trek ueber den Stok La. Wir haben uns die Kloester der Umgebung angeguckt und sind gemuetlich zur Hauptstrasse zurueckspaziert um den Bus zu erwischen. Aber auch das ist aufregend und spannend. Durch den Sonnenschein hat die Schneeschmelze auf den Bergen begonnen und so ist es mir heute morgen passiert, dass ich selbst in Leh bei einer der vielen Abkuerzungen nicht mehr den eigentlich kleinen Bach ueberqueren konnte, weil er doch sehr angeschwollen ist. So bringt jeder Tag neue Ueberraschungen.) will ich euch mal von meiner taeglichen Arbeit berichten, die ja eigentlich der Hauptgrund ist, warum ich hier bin.

Der Morgen startet ruhig in unserer Wohnung. Eventuell mache ich einen kleinen Spaziergang, um danach gemuetlich auf der Terrasse zu fruehstuecken. Wir fangen nicht vor 10.30 oder 11 Uhr an zu arbeiten und haben maximal 6 Patienten am Tag zum Behandeln. Aber durch die langen Wegstrecken sind wir damit doch den ganzen Tag beschaeftigt. Wir haben fuer die Woche einen festen Stundenplan, wo zwar nicht die Zeiten, aber immrhin die Tage fuer die Kinder fest eingeplant sind. Aber passiert oefters, dass ein Kind nicht da ist und wir den Plan wieder umschmeissen.

Wir betreuen ein Altenheim fuer Frauen, wo man die lustigsten alten Ladakhi-Frauen trifft mit Falten ueber das ganze Gesicht und Sonnenbrillen doppelt so gross wie das Gesicht. Sie sitzten mit ihren Gebetsmuehlen und den Gebetsketten auf der Bank und freuen sich immer ueber die Abwechselung, wenn wir sie mittwochs besuchen. Wenn wir die 3 Frauen mit Hemiparese behandeln, beobachten die andere unsere Gruppentherapie genau. Eine “Wahrsagerin” ist auch unter ihnen, die mir prophezeit hat, dass ich 3 Kinder bekommen werde... naja, mal sehen. Ihr seht sie auf einem der Fotos, die schoenste von allen!

Ich behandele noch einen 53jaehrigen Mann mit Zustand nach Gehirnblutung.

Ansonsten sind unsere Patienten alles Kinder und Jugendliche zwischen 2-21 Jahren. Diagnosen haben die meisten der Kinder nicht, doch die Behinderungen bestehen seit der Geburt, so dass es fuer uns Cerepralparsen sind. Oft glauben die Eltern, dass irgendeine Medizin die Kinder krank gemacht hat, als sie ein paar Monate alt waren. Wir wissen es nicht und an unserer Arbeit mit ihnen wuerde es nichts aendern. Es gibt die verschiedensten Symptome. Kinder mit Hemiparese oder Spina bifida koennen laufen und besuchen eine normale Schule. Andere haben eine so schwere Tetraparese mit athetotischen (unkontrollierbaren) Bewegungen, dass sie nicht alleine sitzen koennen. Manchmal sind sie geistig relativ fit und gefangen in ihrem Koerper oder sie sind geistig wie koerperlich schwer betroffen. Aber alle Kinder sind auf ihre Art anders und liebenswuerdig, was das schoene an der Arbeit ist.

Es gibt die schlimmsten Klumpfuesse zu sehen, die man sich vorstellen kann. Die Kinder laufen nicht mehr auf der Fusssohle sondern auf ihrem Fussruecken. Da sieht man das grosses Problem ist, dass Physiotherapie hier lange unbekannt war und teilweise noch ist. So haben besonders unsere aeltere Patienten Kontrakturen, wo man auch passiv die Beine nicht mehr entknoten kann. Ein 20jaehriger Patient mit Spina bifida zum Beispiel sitzt nur im Schneidersitz und hat dadurch an seinen Knoecheln offene Dekubitusstellen. Da er kein Gefuehl in den Beinen hat, versteht er nicht, warum er sich anders hinsetzten und fortbewegen soll.

Aber alle kleinen Patienten, die wir betreuen, so wie die Familien, sind freundlich und freuen sich, wenn wir einmal in der Woche zu ihnen nach Hause kommen und sie behandeln. Ueber eine gewisse Zeit sieht man bei jedem einzelnen bei ihnen Fortschritte, die die Therapie bringt. Sehr wichtig finde ich die Hilfsmittelversorgung der Patienten, da wir maximal einmal woechentlich, wenn sie nicht direkt in Leh und Umgebung wohnen sogar nur einmal im Monat, zu den Patienten fahren koennen. So bauen wir hier selber die Stehstaender, Stuehle und Tische fuer die Kinder. Rollstuehle bekommen wir entweder von der Army gespendet (riesige Reha-Rollstuehle, die hier so unprakitsch sind wie nur irgendwas) oder fliegen sie aus Deutschland selber ein.

So, jetzt habt ihr einen kleinen Einblick in meinen Alltag hier bekommen. Bei Interesse: www.ladakh-hilfe.de, da stehen auch immer die aktuellen Berichte drauf.

Ich wuensche euch allen eine spannende EM-Zeit (selbst hier in Leh gibt es Bars, wo die Spiele live uebertragen werden und ich habe “gemeinsam” mit euch Deutschland gegen Portugal gesehen! Es war zwar sauspaet aber schoen.) und noch einen schoenen Tag. Lasst es euch gut gehen,

Eure Susi

 

mahabodi

Susi StabzinB

10.08.2008

Julley, ihr Lieben,

Ich hoffe, es geht euch allen gut und ihr geniesst den Sommer.

Die erste Haelfte meiner Zeit hier in Ladakh ist (leider, leider!) schon um, und da wird es mal wieder Zeit ein wenig von meinen Erlebnissen zu berichten. Die letzten Wochenenden bin ich ja kaum zum Trekken gekommen, weil immer irgendetwas anderes war. Mal war ich auf einem Fieldtrip (Berichte sind auf unserer Homepage zu lesen www.ladakh-hilfe.de ), mal war eine Farewell-Party von irgendeinem anderen Freiwilligen oder es war ein Kloster-Festival, was wir uns angeguckt haben. Das war sehr spektakulaer, auch wenn die anderen Touristen die meiste Show geboten haben. Denn fuer die Moenche ist es eine Zeremonie, die Touristen denken es ist eine Tanzshow und benehmen sich unmoeglich. Ihre Kameras halten sie den Moenchen direkt unter die Nase, stehen im Weg oder schlagen!!! Sich sogar um die besten Plaetze fuer das tollste Foto. Da wir ja keine Touristen hier sind, sind wir lieber nach einer Stunde zu einer kleinen Gompa gepilgert und haben uns mit heiligem Wasser gewaschen, hoho.

Die letzten Wochenenden war es endlich mal wieder so weit.

Episode 1

Kathi bekam Besuch von ihrem Vater und Bruder und ist mit ihnen zu einem 7-Tagestrek aufgebrochen. Da wollte ich ja nicht zu Hause rumsitzen. Also habe ich mein Sachen gepackt und bin am Freitag nach der Arbeit nach Likir gefahren. Likir ist ca. 60 km entfernt von Leh, ein kleines Dorf mit einer beeindruckenden Monastery. Erstmal ging es den einstuendigen strammen Marsch zu diesem Kloster hinauf, neben dem ein riesiger, goldener Buddha thront. Das war schon wirklich sehenswert. Von Likir aus habe ich dann bis Sonntag den “Baby-Trek” gemacht. Baby-Trek deshalb, weil die Paesse nie ueber 4000 m sind und man in jedem Dorf, dass man passiert, ein Guesthouse finden kann. Die Wege sind einfach zu finden, deshalb war es kein Problem fuer mich , den Trek alleine zu machen. Ganz im Gegenteil, es war wunderschoen. Ich habe waehrend den Wanderungen nur selten Leute getroffen, konnte die Landschaft und die Natur geniessen und war ganz fuer mich . Zeit zum Nachdenken, oder eben auch mal an gar nichts denken... Nach jedem Pass , nach jeder Biegung sahen die Berge anders aus und ich konnte sie einfach nur bewundern – so mitten im Himalaya . Auf dem Weg konnte ich auch noch andere Kloester besuchen, wo immer ein netter Moench die Tempel aufschliesst und das besondere an den jeweiligen Staturen erklaert. 7 Stunden am Tag die Berge rauf und runter und wieder rauf laufen. Am Abend war ich dann wirklich hundemuede. Habe noch Reis und Dal zum Abend essen mit anderen netten Wanderern gehabt und bin dann total kaputt eingeschlafen. Ich habe direkt mit den Familien in der Kueche Abendbrot gegessen und habe versucht mit meinen kleinem Wortschatz ladakisch Gespraeche zu fuehren. Sehr amuesant! Homestay heisst das, viele Familien bieten soetwas fuer Touristen an um neben der Feldarbeit ein bisschen Geld zu verdienen. Am Sonntag bin ich dann wieder nach Leh zurueckgefahren und am gleichen Abend sind Kathi und ihre Familie wiedergekommen, so dass wir gleich zum Essen in eins der schoenen Gartencafes hier gegegangen sind.

Baby-Trek deshalb, weil die Paesse nie ueber 4000 mBaby-Trakin jedem Dorf, dass man passiert, kann man ein Guesthouse finden

Episode 2

Nun war ich nicht mehr alleine und Kathi und ich haben unsere grosse Expedition geplant. Letztes Wochenende sollte endlich die Besteigung des Stok Kangri stattfinden. Der 6153m hohe Berg thront ueber Leh, immer in Sichtweite von uns und lacht uns schon den gesamten Fruehling an. Jeden Tag haben wir uns gedacht: Da muessen wir hoch!

Gesagt, getan. Wir haben uns Steigeisen und Eisaexte ausgeliehen und sind am Samstag morgen mit einem Taxi zum Startpunkt gefahren. Guide haben wir nicht, Pferde haben wir nicht... wir haben unser gesamtes Gepaeck selber geschleppt (Zelt, Schlafsack, Isomatte, Essen ... dafuer haben wir an dem Kocher gespart, weil wir wussten, dass auf dem Trek, der sehr populaer ist, die sogenannten Tea-Stalls sind, wo wir immer warmen Tee kriegen koennen. Zumindest bis zum Basecamp auf 5000m Hoehe). Der Tag war sonnig und klar und am Anfang lief auch alles wie geplant. Wir sitzen im ersten Tea Tent um einen Tee zu trinken, als es ploetzlich einen Schlag gibt, weit entfernt und wir haben noch unsere Witz gemacht. Nach dem naechsten Pass wussten wir aber den Grund dafuer: Von einem Berg gab es einen Erdrutsch und eine wahnsinnige Schlammlawine hat den FLuss ueberspuelt, an dem wir entlang den Berg rauf mussten. Und den wir ab und an kreuzen mussten. Bis ins Tal wurde der Matsch gespuelt und das Wasser ist dadurch natuerlich gestiegen. Toll, jetzt hiess es von Stein zu Stein huepfen und aufpassen, dass wir nicht im Matsch landen. Sonst sinkt man erstmal knoecheltief ein. Wir haben uns weiter durch den Schlamm gekaempft, bis wir das Seitental erreicht haben, wo der ganze Mist passiert ist. Kein Durchkommen! Der Fluss war reissend und die Ufer voll Matsch. Viele Gruppen sind nicht weiter gegangen oder haben umgedreht, weil sie mit ihren Packtieren nicht mehr weiterkamen. Aber ich wollte den Traum von ueber 6000m nicht aufgeben. Ich habe gewartet, geguckt und gesucht. Aber alleine haetten wir es nie geschafft, diesen Fluss zu queren und da wir fuer die ganze Expedition nur 2 Tage Zeit hatten wegen der Arbeit, waere damit der Gipfelsturm nicht mehr moeglich gewesen. Endlich kamen 2 einheimische Pferdefuehrer ohne Pferde, aber mit Seil, die den gleichen Weg vor sich hatten wie wir. Die haben uns netter Weise geholfen ueber den Fluss zu springen und unsere Rucksaecke rueberzuwerfen. So einfach kann es manchmal gehen, dass unvorhersehbare Dinge deine Plaene wohl nicht mehr moeglich machen und du dann Hilfe bekommst. Nach dieser schwierigen Passage war der Weg kein Problem mehr, es gab keinen Matsch und Schlamm mehr, der uns einen Strich durch die Rechnung machen konnte. Allerdings war ich durch die Rumwaterei im Matsch schon hundemuede. Ich wollte nur noch im Basecamp unser Zelt aufschlagen und schlafen. Endlich haben wir in der Ferne die ersten Zelt gesehen und wussten, dass der Weg bald ein Ende hat. Wir wurden gleich von einem netten Amerikaner begruesst, der schon einige Zeit im Basecamp war, weil er fuer sein Studium den Gletscher ausmisst. Er hat uns abgeraten direkt im Basecamp zu schlafen, da dort eine ganze Schulklasse!!! Zeltet. Da wir aber etwas Essen mussten und es das nur im Tea Tent gab, waren wir sehr unschluessig, was wir machen sollen. Shane hat uns die Entscheidung abgenommen und uns ein leckeres Essen aus Reis und Veg bei einer Gruppe organisiert, die auch unterhalb vom Basecamp geschlafen hat. Mal wieder gab es nette Hilfe. Es war so gut und wir mussten nicht mal was zahlen! Manchmal hat man auch Glueck, vor allem wenn der Tag schon so verrueckt anfaengt. Um 7 Uhr sind wir schlafen gegangen. Das heisst, wir haben es versucht, weil in der Hoehe, bin ich staendig aufgewacht und konnte nicht tief einschlafen. Um 1.30 Uhr morgens war die Nacht ja eh wieder rum. Frueh startet man au dem Weg zum Gipfel, weil man einen Gletscher und Schneefelder queren muss. Also ging es im Dunkeln nur mit unseren Stirnlampen bewaffnet den Berg hinauf. Die ersten 2 Stunden waren die schlimmsten, weil wir nie sehen konnten, wo das Ziel ist. Langsam wurde es heller, wir haben noch eine andere Gruppe getroffen aus Tschechien, der wir uns angeschlossen haben. Die Welt ist klein. 2 der Tschechinnen kannte ich von meinem letzten Fieldtrip nach Nubra, sie haben auch mit behinderten Kindern hier in Ladakh gearbeitet. Kathi und ich waren froh, noch weitere Begleiter zu haben.

Baby-Trak - Berge bis 4000m Höhe :-))))))

Vom Weg selber gibts nicht viel zu berichten: lang, steil, immer nur bergauf, Geroell und Schnee zu passieren und nie enden wollen. Die Sonne schien, die Wolken kamen, brachten uns Schnee, der Schnee schmolz, die Wolkn zogen weiter und die Sonne kam wieder. Bergauf, bergauf, bergauf und endlich nach einer Ewigkeit haben wir die Gebetsfahnen vom Gipfel gesehen. Nur noch eine halbe Stunde vom Ziel entfernt, wussten wir, dass wir bald einen tollen Ausblick geniessen koennen! Und was fuer einen! Oben ueber allen anderen Bergen der Umgebung hatten wir einen super Blick auf Leh und das ganze Industal, auf die verschiedenen Bergketten und die anderen Berge, die wir sonst nur von unten sehen. Wow! 6153 m, der Traum geht in Erfuellung. Wir waren begeistert, froh und maechtig stolz auf uns. Es gab Brotzeit auf dem Gipfel und es viel uns schwer, uns wieder zu trennen. Aber irgendwann wurde es doch zu kalt und wir sind den ganzen Weg wieder hinabgestiegen. Im Hellen war das Queren des Gletschers kein Problem mehr. Und (relativ) schnell sassen wir im Basecamp bei der lang ersehnten heissen Tasse Tee. Der Zeitdruck trieb uns weiter. Zelt abbauen, Ruckack packen, schultern und den Weg hinunter. Wir kamen wieder zu dem Fluss, der Matsch war schon etwas angetrocknet, so dass wir gut vorankamen... aber eben nicht ankamen. Durch den Schnee und Regen ist der Fluss angeschollen und eine Stelle war fuer uns nicht zu ueberqueren... nur 2 Stunden vom Ziel entfernt war es schon sehr traurig. Aber die Sonne ist schon untergegangen und wir waren realistisch. Also wieder Zelt aufbauen und noch eine Nacht in den Bergen schlafen. Dadrum war ich nicht boese und ich konnte diese Nacht deutlich besser schlafen. Allerdings mussten wir schon um 6 Uhr wieder aufstehen um puenktlich um 11 Uhr in Leh die Kinder zu behandeln. Und, natuerlich konnten wir den Fluss ueberqueren, haben den Bus nach Leh gekriegt und waren rechtzeitig, aber total fertig bei der Arbeit. Zum Glueck hatten alle Verstaendnis, weil sogar die Locals wohl ihre Zweifel hatten, ob wir unsere Expedition alleine, ohne Guide, ohne Pferde in 2 TAge schaffen werden. Aber – We made it!!!

So, jetzt habt ihr fleissig meinen Bericht gelesen. Danke! Und schickt doch auch mal einen von euren Sommererlebnissen. Freue mich !

Ach, und die Fotos vom Gipfelsturm kommen spaeter, weil Kathi sie noch auf den Laptop ziehen muss.

Die liebsten Gruesse an euch alle,

Eure Susi

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10.11.2008

hallo meine lieben, lang lang ists her, dass ich mal zeit und muse fand, eine etwas laenger email an euch alle zu schreiben. moeget ihr es mir verzeihen, nachdem ihr folgendes gelesen habt =) ja, nepal, war traumhaft schoen. ein trekking-paradies und nach meinem erfolgreichen training in ladakh inklusive schneeueberlebenstraining war der annapurna-circuit ideal. ich bin die ersten 3 tage durch dschungel gewandert mit einer luftfeuchtigkeit von gefuehlten 100% und spinnen so gross wie meine hand. dummerweise hat sich natuerlich eine von diesen biestern in mein zimmer verirrt und mich am naechsten morgen fast zu tode erschreckt. da war der fruehe aufbruch zur naechsten tagesetappe nicht schwer, raus aus dem dschungel, durch eine eher alpine landschaft hin zu den berg riesen, die mich schon die ganze zeit auf dem trek begleitet haben. wahnsinn, die 7000 und 8000er gletscher immer vor augen zu haben, eine landschaft von erosion verklueftet und dann stehe ich selbst mitten vor einem ueber 7400 m hohen gletscher mit einem wunderschoenen gletschersee. hab es mir natuerlich nicht nehmen lassen zu hoechstgelegenen see der welt zu laufen (tilicho tal auf 4919m) und der kleine ausflug war das beste am ganzen trek! einsamkeit, nur ich am see umgeben von den gletschern bei einer ruhe, die nur ab und an von einer niederkrachenden lawine gestoert wird. purer genuss!!! nach 10 tagen frischer bergluft, ohne spinnen aber mit yaks, bin ich wieder auf eine strasse getroffen und hilfe! das war nichts fuer mich. habe noch einen 4 tagestrek zum annapurna-basecamp drangehaengt, wo ich einen total romantischen sonnenaufgang ueber die bergspitzen (ganz alleine abgesehen von  den zig 1000 anderen touristen-wandergruppen...) angeschaut habe. dann hats aber wirklich gereicht mit den bergen und ich habe in pokhara den luxus genossen von kaltem bier, frischen kuchen oder lassie (mmmh!) in pokhara hatte ich besuch aus der heimat, meine mutter hat mich besucht, mit der ich noch 2 weitere wundervolle wochen in nepal verbracht habe. ganz anders mit dschungel (sehr mutig von mir, aber solche grossen spinnen, die uebrigens gruen und rot gestreift waren, wirklich! habe ich nicht mehr gesehn). wir waren im chitwan-nationalpark, haben einen jungle-walk gemacht und eine elefantensafari. alles mit dem ziel echt, wilde, grosse tiere zu sehen. tiger, baer und freier elefant hatten zu viel angst vor uns und so haben wir, zum glueck, immerhin die rhinos vom elefanten aus gesehen. ansonsten waren da aufdringliche blutegel, die sich an uns festgefressen haben, krokodile, der king fisher-vogel in freier wildbahn =). noch ein bad mit den elefanten im fluss und schon gings wieder richtung kathmandu. ich bin noch 2 tage zum last resort gefahren und habe canyoning gemacht. 160 m abseilen an wasserfaellen waren schon sehr aufregend. vollgepackte 4 wochen waren vorbei und es hiess fuer mama zurueck ins kalte deutschland und fuer mich ab in den sueden! 4 tage bangkok mit shoppen, essen, kulturschock und das warten auf mein vietnam-visum. und da bin ich jetzt, hanoi, eine total chaotische, wilde quirlige und aufregende stadt. hier gibt es wohl mehr rollerfahrer als einwohner und beim ueberqueren der strasse muss ich aufpassen, dass ich nicht ueberfahren werde von irgendeinem der geisterfahrer, der mal wieder nicht beachtet, wie rum der verkehr fliesst. und allen nachrichten in deutschlabnd ueber hochwasser stimmen nicht mehr, es ist wohl alles abgeflossen. hier scheint jeden tag die sonne und das bedeutet fuer mich: raus zur ha long bay ans meer, an den strand in wunderschoenen umgebeung. morgen gehts los! ich wuensche euch allen eine wunderschoene woche. denke an euch und alles liebe, eure susi

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